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GrundbegriffeIndex vs. Future

Cash-Future-Differenz: warum Index und Future zu unterschiedlichen Preisen notieren

Der Nasdaq-100 und NQ bilden denselben Markt ab, notieren aber nicht zum selben Preis: NQ notiert meist deutlich über dem Index. Dieser Abstand ist die Cash-Future-Differenz, auch Basis genannt. Sie entscheidet, wohin ein Index-Level – etwa der gestrige Schlusskurs des Index – auf einem Futures-Chart gehört. Diese Seite erklärt, was sie ist, warum es sie gibt, wie sie sich im Quartal verändert und wie Basics das für dich übernimmt.

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Was sie ist

Ein Index – zum Beispiel der Nasdaq-100 oder der FTSE 100 – ist eine Zahl, die aus den Kursen seiner Aktien berechnet wird. Direkt handeln kannst du ihn nicht. Trader handeln ihn über einen Future (zum Beispiel NQ oder seinen Mikro-Kontrakt MNQ) oder einen CFD. Future und Index bewegen sich gemeinsam, fast Tick für Tick – aber nicht zum selben Preis.

Der Abstand zwischen beiden ist die Cash-Future-Differenz: der Preis des Futures minus der Preis des Index. Trader nennen sie auch Basis oder Aufschlag; „Cash“ meint einfach den Index selbst.

In der letzten Minute vor Börsenschluss am 16. Oktober 2026Dezember-Kontrakte
Nasdaq-100 → NQIndex 29.184,88 · NQ 194 Punkte höher (≈ 0,67 %)
S&P 500 → ESIndex 7.658,74 · ES 44 Punkte höher (≈ 0,57 %)
Dow → YMIndex 51.990,05 · YM 218 Punkte höher (≈ 0,42 %)
DAX → FDAXIndex 25.623,78 · FDAX 131 Punkte höher (≈ 0,51 %)

In Punkten sehen die Abstände je Markt sehr unterschiedlich aus, als Anteil am Index sind sie aber ähnlich: rund ein halbes Prozent, etwa zwei Monate vor dem Verfall dieser Kontrakte.

Warum der Future zu einem anderen Preis notiert

Kaufst du einen Future statt der Aktien selbst, hat das zwei Effekte. Du bezahlst die Aktien nicht heute, also bringt dein Geld bis zum Verfall des Futures weiter Zinsen. Dafür entgehen dir die Dividenden, die die Aktien in der Zwischenzeit ausschütten. Der Preis des Futures gleicht beides aus:

Future ≈ Index + Zinsen bis zum Verfall − Dividenden bis zum Verfall. Das nennt man Cost of Carry.

  • Zinsen höher als Dividenden: Der Future notiert über dem Index. So war es bei NQ, ES und YM am 16. Oktober 2026, siehe Tabelle oben.
  • Dividenden höher als Zinsen: Der Future kann unter dem Index notieren. Das kam bei dividendenstarken Indizes in Jahren mit Zinsen nahe null vor.
  • Beim DAX ist es anders. Er ist ein Performance-Index: Dividenden werden in den Index reinvestiert, es gibt also nichts abzuziehen. Der Aufschlag des FDAX ist fast reiner Zins.

Wie sie sich im Quartal verändert

Cash-Future-Differenz von NQ und FDAX, 27. Juli bis 16. Oktober 2026 Tägliche Differenz zwischen dem Future im Frontmonat und seinem Index zum Börsenschluss, in Indexpunkten. NQ fällt vor dem September-Verfall von etwa 150 auf etwa 23 Punkte und springt auf 315, wenn der fortlaufende Chart auf den Dezember-Kontrakt wechselt; FDAX fällt von etwa 90 auf 4 und springt auf 186. 05010015020025030035027. JuliSept.Okt.16. Okt. NQ rollt auf DezemberFDAX rolltVerfall Sept.: fast null ↓
Tägliche Cash-Future-Differenz zum Börsenschluss in Indexpunkten, 27. Juli – 16. Oktober 2026. Blau: NQ minus Nasdaq-100. Orange: FDAX minus DAX. Beide schrumpfen bis zum September-Verfall und springen, wenn der Chart auf den Dezember-Kontrakt wechselt.
  • Sie schrumpft zum Verfall hin. Jeden Tag bleibt weniger Zeit, Zinsen zu verdienen oder Dividenden zu verpassen, also wird der Abstand kleiner. Beim Verfall wird der Future zum Indexpreis abgerechnet, und der Abstand ist weg. Im Chart fiel die Differenz von NQ von etwa 150 Punkten Ende Juli auf etwa 23 Mitte September, die von FDAX von etwa 90 auf 4.
  • Sie springt beim Rollover. Die meisten Index-Futures verfallen jedes Quartal (der AEX-Future jeden Monat). Der fortlaufende Chart (NQ1!, FDAX1!) wechselt dann auf den nächsten Kontrakt, der drei Monate länger läuft – mit einem um drei Monate größeren Abstand. NQ sprang am 15. September von 23 auf 315 Punkte, FDAX am 18. September von 4 auf 186.
  • Sie schwankt von Tag zu Tag. Veränderte Zins- und Dividendenerwartungen und ein Future, der dem Index nicht Minute für Minute perfekt folgt, verschieben den Abstand um mehrere Punkte am Tag – bei NQ Anfang August innerhalb von drei Tagen von 126 auf 148 und zurück auf 123.

Warum sie auf einem Futures-Chart wichtig ist

Viele der meistbeachteten Levels entstehen am Index: sein offizieller Eröffnungskurs, sein Vortagesschluss, sein Vortageshoch und -tief. Zeichnest du so ein Level zum Indexpreis auf einen Futures-Chart, landet es an der falschen Stelle – um die volle Cash-Future-Differenz daneben.

Ein Beispiel: In der letzten Minute vor Börsenschluss am 16. Oktober stand der Nasdaq-100 bei 29.184,88 (offizieller Schlusskurs 29.187,55), und NQ notierte 194 Punkte höher. Auf einem NQ-Chart gehört der Preis, an dem der Index schloss, also auf etwa 29.382. Zeichnest du ihn bei 29.187,55 ein, liegt deine Linie 194 Punkte zu tief – bei einem Preis, an dem nichts passiert ist.

Sieh es dir an: In Das Level, das du nicht siehst läuft NQ glatt durch den Nasdaq-100-Schluss zum Indexpreis – und stoppt genau am umgerechneten Preis, etwa 200 Punkte höher.

Es funktioniert auch umgekehrt. Ein Level, das am Future entsteht – etwa der Vortagesschluss des Futures oder sein Pre-Market-Hoch und -Tief –, muss erst um die Differenz bereinigt werden, bevor es auf einem Index- oder CFD-Chart etwas aussagt.

Wie Basics und Untested Levels damit umgehen

  • Beide messen die Differenz selbst und halten sie aktuell – durch die täglichen Schwankungen, das Schrumpfen zum Verfall und den Sprung beim Rollover. Du gibst nie eine Zahl ein.
  • Auf einem Futures-Chart (zum Beispiel RTY oder einem Mikro-Kontrakt wie M2K) werden die Index-Levels – RTH O index, PsC index, PsH index, PsL index und die übrigen Index-Linien – in Futures-Preise umgerechnet.
  • Auf einem Index- oder CFD-Chart erscheinen die Index-Levels unverändert, und die Future-Levels – PsC future, PsS future, PsH future, PsL future, die Pre-Market-Range und die übrigen Future-Linien – werden in Indexpreise umgerechnet.
  • Untested Levels macht dasselbe mit seinen Levels: ungetestete Schlusskurse, Eröffnungskurse und Index-Gaps werden auf einem Futures-Chart in Futures-Preise umgerechnet, Future-Gaps auf einem Index- oder CFD-Chart in Indexpreise.
  • Das Label bleibt gleich. PsC index auf einem NQ-Chart ist weiterhin der Schlusskurs des Nasdaq-100 – eingezeichnet an dem Preis, an den er auf NQ gehört.

Rund um den Quartals-Rollover

Beim Rollover ändern sich die Index-Levels selbst nicht, wohl aber ihre Position auf dem Futures-Chart: Auf dem neuen Kontrakt gehört der Preis, an dem der Index schloss, Dutzende bis Hunderte Punkte höher (bei NQ zum Rollover im September 2026: 315 statt 23 Punkte über dem Index). Basics und Untested Levels folgen dem Wechsel von selbst. B-ADJ an oder aus ändert nichts an den Levels, nur daran, wo die älteren Kerzen liegen; auf Mini-, Mikro- und Nano-Charts können Linien in den Tagen rund um den Rollover kurz danebenliegen (siehe Kontraktmonate und Rollover).

Häufige Fragen

Ist die Cash-Future-Differenz dasselbe wie der Fair Value?

Nicht ganz. Der Fair Value ist die theoretische Differenz, berechnet aus Zinsen und erwarteten Dividenden. Die Cash-Future-Differenz ist der Abstand, der tatsächlich gehandelt wird. Meist liegen beide nah beieinander. Wenn es in Marktberichten heißt, die Futures notieren „über Fair Value“, ist der tatsächliche Abstand größer als der theoretische.

Warum ist die Differenz beim Dow in Punkten größer als beim S&P 500?

Weil der Kurs des Dow viel höher ist: rund 52.000 gegenüber rund 7.700. In Prozent des Index ist die Differenz des Dow sogar die kleinste der vier, weil seine Aktien relativ hohe Dividenden zahlen.

Kann der Future unter dem Index notieren?

Ja. Wenn die erwarteten Dividenden bis zum Verfall mehr wert sind als die Zinsen, notiert der Future mit einem Abschlag. Das kam bei dividendenstarken Indizes in Jahren mit Zinsen nahe null vor. Basics und Untested Levels behandeln eine negative Differenz genauso wie eine positive.

Warum nicht einfach eine feste Zahl zum Index-Level addieren?

Weil sich die Differenz ständig ändert. Im Chart oben fiel die Differenz von NQ im Schnitt um fast 4 Punkte pro Handelstag, schwankte von Tag zu Tag stärker als das und sprang beim Rollover um fast 300 Punkte. Eine Zahl vom Montag stimmt am Freitag schon nicht mehr.

Muss ich beim Quartals-Rollover etwas ändern?

Nein. Basics und Untested Levels folgen dem Wechsel auf den neuen Kontrakt von selbst. Adjust for contract changes (B-ADJ) kann an oder aus sein: Es verschiebt nur ältere Kerzen, nicht die Levels. Rechne damit, dass Linien auf Mini-, Mikro- und Nano-Charts in den Tagen rund um den Rollover kurz danebenliegen.

Gilt das auch für CFDs?

Index-CFDs, zum Beispiel US2000 oder UK100, folgen dem Index, nicht dem Future. Auf einem CFD-Chart gelten die Index-Levels deshalb direkt, und Basics rechnet die Future-Levels mit der Cash-Future-Differenz um.

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